Das Werk zeigt eine Aktfigur der Göttin Io in gebückter, leicht kniender Haltung Das Haupt zu Boden gesenkt umfasst sie mit beiden Armen einen Pfau, die Federn des Tieres bedecken ihre Scham. Ein zweiter Pfau hinter der Göttin lehnt an ihren Beinen den Blick wachsam in die Ferne gerichtet, Sein prächtiges Federkleid gleitet den Felsen auf dem beide stehen hinab. Deutlich erkennt man die „Augen“ die der Sage nach die Augen des Stieres Argus uns als Pfauenaugen bekannt sind.
Die griechische Mythologie verbindet mit dem Pfau seltsame Dinge, was den europäischen Seefahrern in der Südsee nachgesagt wurde. Die wichtigste Sage betrifft jedoch Zeus, der seine Affäre mit Io verheimlichen wollte, in dem er sie in eine weiße Kuh verwandelte. Als seine Gemahlin Hera die Kuh als Geschenk verlangte, musste er nachgeben, um keinen Verdacht zu erregen. Hera ließ Io die Kuh vom hundertäugigen Argos bewachen. Um Io zu retten, bat Zeus den Hermes um Hilfe. Dieser spielte Argos etwas auf seiner Lyra vor und erzählte ihm Geschichten, bis der Wächter schließlich einschlief. So konnte ihm Hermes den Kopf abschlagen. Hera setzte daraufhin seine Augen in den Schwanz des Pfaus
Zum Künstler
(1843 Saint-Josse-ten-Node bei Brüssel - 1910 Brüssel)
Der Künstler gilt als einer der bedeutendsten belgischen Bildhauer des Fin de siècle und Jugendstils. Unter anderem gestaltete der Künstler im Jahr 1893 den Botanischen Garten von Brüssel und entwarf dazu 52 Skulpturen, das Werk gilt als sein umfassendstes künstlerisches Projekt. Weitere bekannte Werke des Künstlers sind unter anderem 1897 die berühmte symbolistische Art Nouveau-Büste "Le Sphinx mystérieux". H. 56,5 cm.